Was sagt uns das Frühjahr 2026 über den Zustand des Genfer Sees?

Jede Jahreszeit liefert neue Erkenntnisse über die Entwicklung des Genfer Sees. Dank der von der CIPEL durchgeführten limnologischen Überwachung lassen sich die stattfindenden Veränderungen beobachten, in einen langfristigen Zusammenhang einordnen und die Mechanismen, die das Funktionieren des Sees beeinflussen, besser verstehen.

📍 Die nachstehend dargestellten Daten wurden am Messpunkt SHL2 erfasst, der sich senkrecht über dem tiefsten Punkt des Sees (309 m) befindet. Zwischen März und Mai 2026 wurden fünf Messkampagnen durchgeführt und mit dem Referenzzeitraum 1991–2020 verglichen.

🔎 WICHTIGSTE BEOBACHTUNGEN:

🌡️ Wassertemperatur

In diesem Frühjahr lag die durchschnittliche Oberflächentemperatur (0–10 m) bei 10,90 °C, was einem Anstieg von +1,91 °C gegenüber dem Referenzzeitraum entspricht. Die Durchschnittstemperaturen der Monate März, April und Mai lagen alle über denen des Referenzzeitraums, und zwar bei +1,76 °C, +1,82 °C bzw. +2,16 °C.

Die durchschnittliche Temperatur des Tiefenwassers lag bei 6,64 °C, was einem Anstieg von +0,98 °C gegenüber dem Referenzzeitraum entspricht, und bestätigt die anhaltende Erwärmung der Temperatur am Seegrund.

💧 Konzentration an gelöstem Sauerstoff

Im Laufe des Frühjahrs betrug die Konzentration an gelöstem Sauerstoff in den Tiefen (250–309 m) im Durchschnitt 2,86 mg/l. Diese Beobachtung bestätigt, dass die Sauerstoffarmut in den Tiefen während des gesamten Frühjahrs anhielt.

🌿 Chlorophyll-a-Gehalt

In diesem Frühjahr lagen die durchschnittlichen Chlorophyll-a-Konzentrationen in der Schicht von 0 bis 10 m nahe am Normalwert (durchschnittliche Abweichung: -0,04 µg/L). Diese Beobachtung ist auf einen produktiveren März als im Referenzzeitraum (+1,96 µg/L) zurückzuführen, gefolgt von einem leicht defizitären April (-0,40 µg/L) und einem deutlich weniger produktiven Mai (-1,67 µg/L).

In der Schicht von 0 bis 30 m lagen die Konzentrationen während des gesamten Frühlings über dem Durchschnitt des Referenzzeitraums (durchschnittliche Abweichung: +1,09 µg/L), insbesondere im März (+1,70 µg/L).

👁️ Wasserklarheit

In diesem Frühjahr folgte die Wasserklarheit – mit Ausnahme des Monats März – der Entwicklung der Chlorophyll-a-Konzentrationen.

💬 Diese Beobachtungen stammen aus dem limnologischen Bericht der CIPEL, der online verfügbar ist.