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Genfersee > Verschmutzung

Nutzen der ARA’s

Quelle : "Rund um den Genfersee" Nr. 27 - Januar 2004.
CIPEL, Internationale Kommission zum Schutz des Genfersees
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Das Schmutzwasser aus unseren Haushalten wird - via Abwassernetz - zu den Abwasserreinigungsanlagen (ARA’s) geleitet. Diese ‘Fabriken zur Reinigung des Wassers’ haben die Aufgabe, das schmutzige Wasser zu reinigen, bevor dieses in den See oder in einen Fluss zurück geleitet wird.

Keine Wunder möglich
Trotz der hohen Wirksamkeit der bestehenden Systeme können die Abwasserreinigungsanlagen nicht alle Verschmutzungen eliminieren. Ausserdem erfordern der Transport und die Behandlung des Abwassers eine enorme Infrastruktur, verursachen hohe Kosten und verbrauchen viel Energie.

Anzahl ARA’s am Genfersee
Das Einzugsgebiet der CIPEL - das Einzugsgebiet des Genfersees sowie der Rhone unterhalb des Sees bis zur Grenze - zählt insgesamt 221 ARA’s (01.01.2005). In alle diese Anlagen zusammen fliessen jede Sekunde etwa 9’000 Liter Abwasser, das ist etwa doppelt so viel wie der durchschnittliche Abfluss der Venoge. Die Kapazität einer ARA wird in ‘Einwohnergleichwerten’ (EG) ausgedrückt. Diese Masseinheit wird auch für die industriellen ARA’s verwendet. 1 EG bezeichnet die durchschnittliche Verschmutzung durch 1 Einwohner.

Wie funktioniert eine ARA?
Die Reinigung des Wassers durch die Abwasserreinigungsanlagen erfolgt in einem Prozess mit mehreren Etappen, ähnlich den Selbstreinigungsmechanismen, wie man sie in der Natur findet.

1) Rechen
Das Abwasser passiert zuerst einen groben Rechen, welcher grössere, solide Abfälle zurückhält. Diese werden verbrannt.

2) Mechanische Behandlung
Stoffe, welche leichter sind als Wasser (Öle, Fette) kommen an die Oberfläche; sie werden zur Wiederverwertung abgesahnt. Schwere Stoffe, wie Sand setzen sich am Boden ab. Sei werden abtransportiert und deponiert.

3) Erste Fällung
Die Schwebstoffe und die nicht gelösten Verschmutzungen setzen sich auf dem Grund des Absatzbeckens ab. Dieser primäre Klärschlamm wird anschliessend luftdicht verschlossen, um eine Fermentation zu verhindern, dann getrocknet und schliesslich verbrannt oder in gewissen Fällen auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht.

4) Biologische Behandlung
Die Zugabe von Sauerstoff ermöglicht die Entwicklung von Mikroorganismen, welche organisches Material abbauen und in Klärschlamm umwandeln. Dieser wird wie der primäre Klärschlamm behandelt. Im Allgemeinen findet in dieser Phase die Phosphatfällung durch die Zugabe spezifischer Produkte statt.

5) Abtransport der Klärschlämme

6) Kontrolle
Nach einer Kontrolle kann das gereinigte Wasser in ein natürliches Gewässer zurück geleitet werden.

Ein grosser Teil der Reinigungsarbeit wird durch Bakterien und andere Mikroorganismen geleistet. Diese können durch giftige Stoffe, welche in WC oder Ausgüsse geschüttet werden, abgetötet werden.

Was zurückgehalten wird
Die ARA’s halten grobe Abfälle sowie organisches Material im Abwasser aus Küche und Badezimmer zurück. ARA’s mit Phosphatfällung halten zudem den Phosphor zurück. Bei den ARA’s im Einzugsgebiet des Genfersees ist dies der Fall, da die Phosphatfällung hier notwendig ist um die Eutrophierung des Sees zu verringern. Die ARA’s sind aber nicht in der Lage, den gesamten Phosphor zu eliminieren.

Das gereinigte Abwasser ist kein Trinkwasser
Die ARA’s können nicht alle sogenannten Mikro-Schadstoffe wie Pestizide (inklusive Pflanzenschutzmittel), Schwermetalle oder gar gewisse Medikamente zurückhalten. Diese Stoffe können bereits in sehr geringen Konzentrationen toxische Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt haben.


Datum : 1. 01. 2005

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- Aktueller Zustand des Sees